Reise

Sonne, Sand und mehr am Schwarzen Meer

Wir steuern die nördliche Schwarzmeerküste an, genauer die Plaja Midia. Ein Bereich, in dem es abgesehen von einzelnen Fischbuden noch kaum touristische Infrastruktur hat. Diese befindet sich weiter südlich um Constanteja herum. Wir staunen nicht schlecht, als wir am besagten Ort doch ein ganzes Völkchen Wildcamper antreffen. Der Stellplatz scheint etwas zwischen Parkplatz und organisiertem Wildcamping. Der – selbsternannte? – Platzwart sitzt den ganzen Tag in äusserst knapper Badehose und mit Fliegenklatsche am Eingang des Platzes auf seinem Campingstuhl und scheint sich nur zu rühren, um den kleinen Parkobulus einzukassieren oder aber gelegentlich das Wasser in seinem roten Eimerchen zu seinen Füssen im Meer auszutauschen. Bis zum Verlassen des Platzes können wir das Geheimnis um das rote Eimerchen nicht lösen. Was sich darin wohl befinden mag?

Der Platz liegt sehr an einem sauberen, sanft abfallenden und feinen Sandstrand. Ideal für die Kinder, welche sich auch stundenlang mit Tauchen und Schwimmen sowie Sandburgenbauen und Muschelsuchen beschäftigen können. Wir merken, dass wir nach drei Wochen reisen doch so langsam wieder in den Reisemodus kommen; vieles hat sich inzwischen wieder eingespielt, die verschiedenen Aufgaben eines Jeden sind klar, ein natürlicher Rhythmus ist wieder da.

Auf dem Platz lernen wir Gunnar und Tanja kennen, ein sympathisches Pärchen aus Kiel. Langzeitreisende, die seit einem Jahr auf Tour sind; bisher coronabedingt hauptsächlich in Europa. Etwas neidisch werden wir schon, als wir hören, dass die beiden mit grad mal 50 ihr Berufsleben beendet haben und nun auf unbestimmte Zeit einfach reisen. Nach der Frage, wie man sich das leisten kann, hören wir die ehrliche und aber auch ernüchternde Antwort „ohne Kinder“. Was soll man dazu sagen?! Gelegentlich denken wir schon, dass es gut war, die Reise bei jüngerem Alter der Kinder unternommen zu haben – es scheint uns nun oft, als könnten wir ihre Bedürfnisse nicht ganz stillen und sie unsere ebensowenig. Wo wir gerne einfach mal in die Kultur vertiefen würden, eine Kirche genauer anschauen oder ganz einfach einen Routenabschnitt in Ruhe geniessen möchten, muss für sie ständig was laufen. Keine drei Minuten Ruhe herrscht in der Fahrerkabine, was für Toralf vor allem bei anspruchsvollen Streckenabschnitten äusserst anstrengend sein kann. Am besten bringen wir unser aller Bedürfnisse in Einklang bei Erkundigungen und sportlichen Betätigungen.

Der entspannten Umgebung und dem Dolcefarniente zum Trotz merken wir nach einigen Tagen aber bereits wieder, dass wir für Camping im eigentlichen Sinne, auch wenn es nur Wildcamping ist, nicht geschaffen sind. Die Nachbarn nerven uns ziemlich, da sie mehrfach am Tag Ewigkeiten den Motor laufen lassen, um die Klimaanlage bei Laune zu halten. In Rumänien hat es so viele schöne freie Plätze zum alleine stehen. Weiter geht’s!

One comment

  1. Danke für eure beiträge, ich mag euren humor 🤣🤣

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