Nach der zeitintensiven Ausreise aus Albanien kommt uns das freundliche „Kalimera“ und die unkomplizierte und schnelle Grenzabfertigung der Griechen sehr entgegen. Auch ist es spannend zu sehen, wie praktisch unmittelbar nach der Grenze sich Natur und Umgebung ändern. Fast klischeeartig muten die kargen Hänge mit roter Erde und stacheligen Büschen im Wechsel mit Olivenbaumplantagen an. Die Strassenverhältnisse sind nun auch wieder sehr angenehm, es findet sich viel weniger Müll in der Natur, die wenigen Autos, die uns begegnen, fahren recht gesittet.
Auffallend sind die unzähligen kleinen Häuschen am Strassenrand; die Kinder weisen uns in einem fort darauf hin. Die kleinen Häuser sind zum Teil ganz einfach aus Blech geschaffen, teils entsprechen sie aufwendigst gestalteten Abbildern orthodoxer Kirchen. Im Inneren finden sich meist ein brennendes Öllämpchen und Ikonenbilder. Wir machen uns über deren Hintergrund kundig, erfahren, dass sie verschiedene Namen haben, aber der der Ikonostasia offensichtlich am gebräuchlichsten ist. Währenddem sie früher als Zeichen der Volksfrömmigkeit und als Möglichkeit für Gebet und Dank auch an den entlegensten Ecken errichtet worden sind, ist die häufigste Verwendung heutzutage wohl die der Erinnerung an Verstorbene, meist Opfer des Strassenverkehrs – auch Griechenland hat sehr viele Verkehrstote zu beklagen.

Nachdem uns die ersten Reisewochen so viele neue Eindrücke beschert haben und bestimmt noch ganz viele derer warten, entscheiden wir uns – zwar etwas etwas wehmütig, aber im Wissen, dass wir wieder kommen werden – Griechenland quasi nur „en passant“ zu bereisen. Wir wollen hier nochmals die Möglichkeit zu nutzen, etwas zu entspannen, einfach in den Tag hinein zu leben.
Nach Thessaloniki finden wir zu unserer Freude mehrere schöne Strandplätze, wo wir einsam stehen können, das Meer vor der TINKA-Tür haben, wir die Umgebung entdecken, Drachen steigen lassen, die Kinder nach Herzenslust am Strand buddeln und wir Eltern endlich mal wieder ein Buch lesen können. Es scheint, als könnten Julian und Tabea vom Sandkuchenbacken nie genug bekommen – entsprechend sieht unsere TINKA aller Gegenmassnahmen zum Trotz aus. Beim Zubettgehen fühlen wir Sand unter unseren Füssen, im Pyjama, ja selbst beim Zähneputzen knirscht es…
Thessaloniki Thessaloniki
Wir lassen uns die Griechische Küche schmecken und fühlen uns, dank unserer griechischen Nanny Annie hier fast etwas zuhause. Die Kinder verstehen die Sprache im Gegensatz zu uns bestens, was gelegentlich Verwirrung stiftet. Zum Glück sind sie noch nicht im Alter, wo sie statt Salat und Wasser einfach auf Griechisch Pommes, Cola und Eis bestellen!
Nach entspannten Tagen und etwas Zeit für die trotz Reise notwendigen Alltagsverrichtungen wie Einkaufen, Waschen, Auto im Schuss halten, rollen wir guten Mutes der Türkei entgegen und freuen uns auf den nächsten Teil der Reise, der uns doch in Regionen bringen wird, die wir noch so gar nicht kennen.