Reise

Frische Erdbeeren und Verkehrschaos in Zagreb

In Kroatien sind die Strassen wieder in erfreulichem Zustand, ausser den 7,5t gibt es keine Beschränkungen, es rollt sich gut dahin. Die Kinder sind nach wie vor sehr guter Laune, wir singen zum gefühlt hundertsten Mal „die Affen rasen durch den Wald“ und wir Eltern nehmen uns vor, abends unser Liedgut vielleicht doch noch mal zu erweitern.

Wir entscheiden uns, bei dieser Reise durch Kroatien Zagreb zu besuchen. Als Stellplatz dafür finden wir den idyllischen Jarun-See, der unweit des Stadtzentrums liegt. Wir sind noch nicht angekommen, bricht ein Gewitter los, wiederum stehen wir in kürzester Zeit in einem See neben dem See – irgendwie ein Déjà-vu.

Der Regen trommelt uns in den Schlaf, am nächsten Morgen ist zwar noch alles nass, aber die Sonne blinzelt hinter den Wolken hervor, sodass wir trockenen Fusses in die Stadt gelangen. Es ist Markt, das bunte Treiben lädt ein, sich unter all die Menschen zu mischen; Marktfrauen preisen Bündel frischen Feldspargels und Spinat an, die Kinder bekommen Erdbeeren geschenkt und wir freuen uns, unsere Frischevorräte mit lokalen Köstlichkeiten auffüllen zu können. Genau so mögen wir es!

Auch Zagreb überrascht uns mit seinem lebhaften mediterranen Flair, das kulturelle Angebot ist immens, man könnte schon nur Tage in verschiedensten spannenden Museen verbringen. Auch bei diesem Stadtrundgang finden die Kinder immer wieder etwas, das sie begeistert, sodass alle auf ihre Kosten kommen.

So angenehm die Ankunft für uns in Zagreb war, so nervenaufreibend ist die Fahrt aus der Stadt. Wir kommen versehentlich auf einen Autobahnzubringer mit einer Höhenbeschränkung von 3,5m und merken dies auf einer gigantischen Kreuzung unmittelbar vor diesem Abzweig. Guter Rat ist teuer – eine verbotene Einfahrt oder eine heruntergerissene Brücke wohl ebenso…das Gehupe im Feierabendverkehr lässt uns nicht unbedingt ruhiger werden, wir blockieren alles. Es hilft alles nichts, Karin darf sich zu Fuss in das Gewühl begeben, um TINKA ein Wendemanöver auf dieser Kreuzung zu ermöglichen. Hätte sie doch bloss nicht vor der Abfahrt noch ein neues T-Shirt angezogen – nach dieser Aktion ist es komplett durchgeschwitzt!

Die Weiterfahrt durch das kroatische Hinterland ist zum Glück wieder angenehm. Als hätten wir von Wasser nicht genug, steuern wir die Plitvicer Seen an – ein unglaubliches Naturschauspiel an unzähligen Kaskaden und Wasserfällen, die auch als Kulisse zum Winnetou-Film „Der Schatz im Silbersee“ dienten.

Auf den nächsten Reiseabschnitt hatten wir uns besonders gefreut; hatten wir doch Klettern und Wandern im Paklenika-Nationalpark eingeplant. Dort, wo unsere Knirpse vergangenen Mai ihre ersten Begegnungen mit Fels, Seil und Haken gemacht haben. Leider macht uns auch hier das Wetter einen Strich durch die Rechnung – es schüttet wie aus Kübeln; die Wettervorhersage verheisst keine Besserung die kommenden drei Tage. Wir alle sind enttäuscht, auch die Kinder haben immer wieder vom Klettern im Fels gesprochen. Stattdessen geht es weiter südwärts.

Gegen Abend lässt der Regen nach, sodass die Kinder wenigstens noch zu ihrer Abendrundfahrt mit den Rädern durch die engen Gassen von Trogir, einem hübschen Hafenstädtchen unweit von Split kommen und so ihre gesammelte Energie etwas abbauen können.

Bei Sonnenschein am nächsten Tag planen wir, den Kletterstop in Omis, einem bekannten Klettergebiet im Süden von Split nachzuholen. Die Kalksteinfelsen lachen uns schon von weitem verheissungsvoll entgegen und scheinen ohne grösseren Anmarsch quasi direkt vom Meer aus erreichbar. Das dürfen wir uns nicht entgehen lassen! Just beim Ausladen unserer sieben Sachen wird die Sonne von dunklen Wolken verdeckt, ein Regenschauer bricht los – innert Kürze sind wir vollständig durchnässt – da hilft auch das von den Kindern innsbrünstig gesungene „oh du goldigs Sünneli“ nichts – es ist wie verhext: da kommen wir durch die schönsten kroatischen Klettergebiete und jedes Mal macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung! Frierend-nass freuen wir uns nun auf die heisse Dusche des von uns angepeilten Campingplatzes. An diesem finden wir zwar ein grosses OPEN-Schild, das Tor ist aber verriegelt und verrammelt, weit und breit keiner zu sehen. Scheint heute irgendwie nicht so unser Tag zu sein…

Als Versöhnung finden wir einen wunderschönen Stellplatz an einem noch einsamen Kitesurf-Spot auf einer schmalen Landzunge; das Meer umgibt uns auf beiden Seiten und begleitet uns mit seinem freundlichen Rauschen bis in den Schlaf.

One comment

  1. Salü KTTJ,

    So ein Pech beim Klettern! Ein kleiner Rat vom weisen Grottilottigottdeddy: Nicht so rasend reisen, sondern geduldig auf besseres Wetter warten:-)

    Ich wünsche Euch allen weiterhin eine tolle Tinkatour

    Die Person mit dem immer komischeren Namen

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